Appetitlosigkeit ist nur selten auf einen Mangel an ansprechenden Nahrungsmitteln zurückzuführen. Vielmehr können Stress, Erkrankungen des Verdauungstraktes, zunehmendes Alter, Probleme mit den Zähnen oder andere Ursachen dafür sorgen, dass es jemandem an Appetit mangelt. Auch eine einseitige Diät kann dafür sorgen, dass jemand immer weniger Appetit auf die Diätshakes oder die erlaubten Nahrungsmittel hat. In solchen Fällen ist es ratsam, den Appetit durch sinnvolle Maßnahmen anzuregen.

Mögliche Ursachen von Appetitlosigkeit

Ein Mangel an Appetit kann seine Ursache in einem Mangel an sinnlichen Reizen oder entsprechender Wahrnehmungsfähigkeit haben. Wenn jemand seinen Geruchs- oder Geschmacksinn durch eine verschleppte Erkältung verloren hat, ist Appetitmangel normal.

Bekannt ist auch, dass eine Chemotherapie oder bestimmte Medikamente zu einem anhaltenden Appetitmangel führen können. Dieser kann durchaus bedrohliche Folgen annehmen. Der veränderte Geschmacksinn lässt alles metallisch schmecken. Durch anhaltenden Appetitmangel sinkt das Körpergewicht bedrohlich ab. Dem Organismus fehlen wichtige Nährstoffe. Verschiedene Medikamente beeinflussen den Appetit oder den Geschmackssinn negativ.

Kummer, Dauerstress und Sorgen schlagen bei vielen Menschen auf den Appetit. Durch Nikotinkonsum oder Appetitzügler – etwa, um schlank zu bleiben – wird der Appetit oft sogar absichtsvoll gehemmt. In Altersheimen hingegen herrschen altersbedingte Zahnprobleme, Demenz, allgemeine Essunlust und eine zu große Gleichförmigkeit der Speisepläne vor. Bedingt wird die Gleichförmigkeit im Essensplan durch Kostenfaktoren. Wenn für jeden Altersheim-Insassen nur 3,50 Euro pro Tag für die Essens-Versorgung zur Verfügung stehen, ist Appetitverlust durch den Mangel an Abwechslung die logische Folge.

Was sind Appetitanreger?

Appetitanreger sind zunächst einmal jegliche Maßnahmen, die den Appetit stimulieren können. Es kann sich dabei um Medikamente, pflanzliche Bitterstoffe, appetitfördernde Teesorten, alkoholische Aperitifs, appetitlich angerichtete Mahlzeiten, mehr Bewegung oder ähnliches handeln. Auch Gewürze wie Ingwer, Chili, Paprika, Kümmel, Pfeffer oder Curry können durch ihren appetitlichen Duft ein Gericht verführerischer wirken lassen. Hunger besteht meistens – aber der Appetit auf das Essen fehlt.

Hier müssen die Betroffenen tätig werden, denn Genuss sollte beim Essen gegeben sein. Appetitanreger sollen einem Appetitlosen bereits beim Betrachten oder Riechen von Essen das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Manchmal genügt ein Stück Traubenzucker vor dem Essen, um den Appetit anzuregen. Mit steigendem Insulinspiegel stellt sich oft auch mehr Appetit ein. Es hilft manchmal auch, ein kleines Stück Rosinenbrot oder etwas Kohlenhydrathaltiges zu sich zu nehmen, um mehr Appetit zu entwickeln.

Für wen sind Appetitanreger geeignet?

Wenn der Appetit länger als ein paar Tage ausbleibt, ist es Zeit, zu handeln. Zunächst können Nahrungsmittel und appetitlich duftende Speisen als Appetitanreger genutzt werden. Später, wenn der Appetit sich nicht wieder einstellen will und das Körpergewicht deswegen sinkt, sind mit einem Arzt abgesprochene Maßnahmen sinnvoll. Appetitanreger sind im Prinzip für jeden sinnvoll, dem der Appetit auf Essen zeitweise abhandenkommt.

Wann sind Appetitanreger notwendig?

Notwendig und unverzichtbar sind Appetitanreger für ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, die sich noch in der Entwicklung befinden. Auch schwer kranke Menschen bedürfen oft eines Appetitanregers. Vor allem krebskranke Menschen verlieren durch die Chemotherapie oft die Lust am Essen. Zum einen verändert sich unter der Therapie das Geschmacksempfinden. Zum anderen sorgen die Nebenwirkungen der Chemotherapeutika für häufiges Erbrechen und Übelkeit. In solchen Situationen ist Essen das letzte, an das Betroffene denken können.

Menschen, die eine Gallenentfernung hinter sich haben und infolge dessen mit Leberproblemen und Durchfällen zu kämpfen haben, leiden oft ebenfalls an Essunlust. Auch für sie wären Appetitanreger sinnvoll. Zugleich sollte aber schwer verdauliches Essen gemieden und die Leber bei der Arbeit, zukünftig ohne Gallenflüssigkeit auszukommen, unterstützt werden. Ähnliches gilt für eine Darmerkrankung wie Reizdarm oder Leaky Gut. Wer ständig Darmprobleme hat, dem kann es den Appetit gründlich verhageln.

Appetitanreger können auch für schwangere Frauen notwendig werden. Manche entwickeln keine seltsamen Essgelüste, sondern haben mit starker Übelkeit zu kämpfen. Da das Ungeborene auf eine gute Nährstoffversorgung angewiesen ist, muss die werdende Mutter eine entsprechen vitalstoffhaltige Nahrung in ausreichender Menge zu sich nehmen.

Wie funktionieren Appetitanreger?

Appetitanreger sollen den appetitlosen Organismus an mehreren Stellen dazu verleiten, die Essensaufnahme ins Visier zu nehmen. Ein Appetitanreger soll einerseits die Produktion von Verdauungssäften beeinflussen und den Speichelfluss anregen. Andererseits sollen über sinnliche Eindrücke Botschaften an den Hypothalamus gesendet werden. Dort werden dann bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet. Diese beeinflussen das Hungergefühl ebenso, wie die Sättigungsgefühle. Der Anblick von Essen regt den Speichelfluss an. Die Produktion von Magensäure wird stimuliert. Das sind Signale, dass der Organismus auf Nahrungszufuhr wartet.

Appetitanregende Lebensmittel

Typisch für appetitanregende Lebensmittel sind Flavonoide, Aromen und ätherische Öle, die das Geruchszentrum ansprechen. Kräuter wie Basilikum, Dill, Koriander oder Majoran stimulieren die Sinne durch ihren typischen Duft. Duft und Geschmack von Kümmel, Pfeffer, Ingwer oder Chili wecken den Appetit. Das tun auch bittere Kräuter wie Wermut oder Enzian. Aperitifs – beispielsweise Sherry, Ouzo, oder Wermut – eröffnen die Mahlzeit, weil sie die Verdauungssäfte und Sinne anregen.

Wenn das nicht genügt, gibt es im Handel spezielle Kräutertee-Sorten, die den Appetit anregen. Mancher nimmt aus demselben Grund Hefetabletten ein. Bei höheren Gewichtsverlusten durch anhaltenden Appetitmangel helfen hochkalorische Shakes, den Appetit anzuregen. Wer ein paar Tage lang nur fade Trinknahrung zu sich nimmt, hat anschließend Appetit auf mehr kulinarische Abwechslung. Notfalls helfen rezeptpflichtige Tabletten dem Appetit auf die Sprünge. Der behandelnde Arzt muss entscheiden, welche Maßnahme die sinnvollste ist.

Appetit anregen, durch allgemeine Bewegung und Sport

Längere Aufenthalte in der Natur und moderate Ausdauer-Sportarten wie Schwimmen, Fahrradfahren, Wandern, Nordic Walking oder ausgedehnte Waldspaziergänge mit dem Hund regen nicht nur den Hunger an, sondern auch den Appetit. Unterwegs sollte leichte Kost wie ein Riegel oder ein appetitanregender Apfel genossen werden. Wer nach längerer sportlicher Betätigung irgendwo einkehrt, dem fehlt es meist nicht mehr an Appetit. So gesehen, sind Bewegung und Sport wunderbare Appetitanreger.

Appetit anregen – Tipps

Jeder weiß normalerweise selbst am besten, was seinen Appetit anregen könnte. In bestimmten Lebenssituationen geht einem dieses Wissen jedoch verloren. Das betrifft zum Beispiel Demenz, den Verlust der Riech- oder Schmeckfähigkeit oder ein verändertes Geschmacksempfinden durch Medikamenteneinflüsse. In diesem Fall wird es schwieriger, etwas dagegen zu unternehmen. Es ist ratsam, mit dem Arzt über das Problem zu sprechen, bevor das Körpergewicht durch Appetitmangel massiv heruntergeht.